Wirkung wollen wir belegen – nicht behaupten.
Selyvi entsteht mitten im Schulalltag und erzeugt dabei die Frage, die uns selbst am meisten interessiert: Was entlastet wirklich?
Deshalb bauen wir die Wirkungsmessung von Anfang an ein – und suchen Forschungspartner, die genauer hinschauen wollen.
Wie wir messen
Das Erhebungsmodell orientiert sich an der Wirkungstreppe von PHINEO und unterscheidet Input, Output, Outcome und Impact. Erhoben wird über drei Befragungswellen – nicht einmalig, weil eine einzelne Momentaufnahme Gewöhnungseffekte nicht von Entlastung trennen kann.
Wer teilnimmt, willigt zweckgranular ein: nicht pauschal in „Forschung“, sondern je Zweck einzeln. Wie ausgewertet wird, steht vorab in einem Codebuch. Und ausgewiesen wird ein Wert erst ab einer festgelegten Mindestfallzahl – darunter bleibt das Feld leer, statt eine Zahl zu zeigen, die niemanden trägt.
Stufe 1
Input
Was hineingeht: Entwicklungsarbeit, Fachkorpus, die Einführung an einer Schule.
Stufe 2
Output
Was messbar entsteht: Beobachtungen, Zeugnisbemerkungen, Elternmails, Material.
Stufe 3
Outcome
Was sich bei den Beteiligten ändert: Zeitaufwand, erlebte Belastung, Rückmeldung an Eltern.
Stufe 4
Impact
Was darüber hinaus bleibt. Die Stufe, für die drei Befragungswellen allein nicht reichen – hier brauchen wir Forschungspartner.
„Jeder Entlastungsbericht trägt direkt unter den Zahlen eine Einordnung: Gemessenes steht als Messwert, Geschätztes als Schätzwert – und keine dieser Kennzeichnungen lässt sich ausblenden, auch von uns nicht.“
Sie ist das Gegengewicht dazu, dass „140 Stunden gespart“ sonst als belegte Wirkung gelesen wird.
Woran sich mit Selyvi forschen lässt
Neun Fragen, die uns beschäftigen. Unser Wirkungsmodell läuft bereits in Befragungswellen; die Instrumente für diese Fragen entwerfen wir gemeinsam mit denen, die sie später nutzen.
Wir entwerfen sie nicht gern allein. Wer in einem dieser Felder arbeitet, soll mitentscheiden, was überhaupt erhoben wird – und was besser nicht.
Evidenzbasierte Unterrichtskonzepte
Welche Unterrichtskonzepte im Alltag tatsächlich tragen und welche nur auf dem Papier funktionieren. Eine Frage, die sich gemeinsam prüfen ließe, statt sie weiter zu vermuten.
Tatsächliche Unterrichtsprozesse
Wie eine Stunde wirklich verläuft – zwischen Plan, Zwischenfall und Improvisation. Diesen Abstand zwischen Entwurf und Wirklichkeit würden wir gern mit Ihnen vermessen.
Unterschiedliche Lehrstile
Woran sich Lehrstile im Alltag unterscheiden und was das im Unterricht bewirkt. Ein Feld, in dem wir uns Forschung wünschen, die mehr sieht als eine einzelne Schule.
Neue Lehr- und Lernmaterialien
Wie Material aussehen müsste, das auf den dokumentierten Beobachtungen einer konkreten Klasse aufbaut. Wir würden es gern gemeinsam entwerfen und danach prüfen lassen.
Evaluation digitaler Unterstützung
Ob digitale Werkzeuge im Schulalltag wirklich halten, was sie versprechen. Für uns die unbequemste Frage – und der Grund, warum Selyvi sie nicht allein beantworten sollte.
Organisatorische Belastung von Lehrkräften
Welcher Anteil der Arbeitszeit auf Dokumentation, Kommunikation und Verwaltung entfällt – und welche dieser Tätigkeiten überhaupt als belastend erlebt wird und welche nicht.
Regionale Unterschiede
Ob sich Belastung und Vorbereitungspraxis zwischen Bundesländern, Schulgrößen und Einzugsgebieten systematisch unterscheiden. Eine Frage, die nur ein Verbund über Ländergrenzen hinweg beantwortet.
Neue Förderkonzepte
Wie Förderung aussieht, wenn sie auf laufender Beobachtung aufbaut statt auf einer einzelnen Momentaufnahme. Dafür braucht es fachliche Gegenrede, nicht nur Software.
Langfristige Wirkungsanalysen
Was von schulischen Maßnahmen nach Jahren tatsächlich übrig bleibt. Eine Frage, für die drei Befragungswellen nicht reichen – hier brauchen wir Partner mit langem Atem.
So gehen wir mit Forschungsdaten um
Daten geben wir erst frei, wenn drei Dinge stehen: juristisch geprüfte, zweckgranulare Einwilligungen der Beteiligten – Aggregation mit Mindestfallzahlen statt Rohdaten – und ein dokumentiertes Erhebungsmodell.
Das Erhebungsmodell ist dokumentiert, die Mindestfallzahlen sind darin festgelegt, und die Wirkungszeile im Produkt arbeitet bereits danach.
Diese Reihenfolge ist langsamer. Sie ist auch der Grund, warum man mit uns guten Gewissens forschen kann.
Fragen aus der Forschung
Wir suchen Forschungspartner.
Für Fragen zu Schule, Unterricht und der Arbeit von Lehrkräften. Schreiben Sie uns – wir antworten selbst.